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Ratgeber · Dach & PV

Photovoltaik auf dem alten Dach: Worauf Sie achten müssen

Eine PV-Anlage soll 25 Jahre und länger Strom liefern. Ob Ihr Dach so lange mitmacht, sollten Sie vor der Montage wissen. Worauf es ankommt und wann zuerst saniert werden sollte.

Von Marco Kremers, Dachdeckermeister und DEKRA-zertifizierter Sachverständiger · Stand: Oktober 2026

Eine Photovoltaikanlage ist auf eine Laufzeit von 25 Jahren und mehr ausgelegt. Viele Dächer, auf die sie montiert wird, sind aber schon 30 oder 40 Jahre alt. Wer hier nicht vorher prüft, riskiert, die Anlage nach wenigen Jahren für eine Dachsanierung wieder abbauen zu müssen.

Die wichtigste Frage: Wie lange hält das Dach noch?

Die Restnutzungsdauer der Dacheindeckung sollte mindestens so lang sein wie die geplante Laufzeit der PV-Anlage. Ist absehbar, dass das Dach in zehn Jahren erneuert werden muss, ist es meist wirtschaftlicher, es vor der Montage zu sanieren. Denn Demontage, Zwischenlagerung und Wiedermontage der Anlage kosten viel Geld, und während dieser Zeit liefert sie keinen Strom.

Rechenbeispiel ohne Zahlen

Vergleichen Sie zwei Wege: Dach jetzt sanieren und Anlage darauf montieren, oder Anlage jetzt montieren und später für die Sanierung ab- und wieder aufbauen. Der zweite Weg ist fast immer teurer, als er auf den ersten Blick wirkt.

Was ich vor der Montage prüfe

  • Dacheindeckung: Zustand der Ziegel, Betondachsteine, Schiefer oder Bleche, Frostschäden, Verwitterung, Befestigung.
  • Unterdach und Lattung: Sind Unterspannbahn und Lattung in Ordnung? Hier werden die Haken der Anlage befestigt.
  • Flachdächer: Zustand der Abdichtung, Gefälle, Entwässerung und ob die Abdichtung zusätzliche Lasten und Durchdringungen verträgt.
  • Anschlüsse: Kamine, Gauben, Dachfenster und Kehlen, an denen später Wasser eindringen könnte.
  • Lasten: Ob der Dachstuhl die zusätzliche Last trägt, ist eine Frage der Statik. Gibt es Zweifel, stimme ich mich mit einem Tragwerksplaner ab.

Achtung bei alten Faserzementdächern

Wellplatten und Dachschindeln aus Faserzement, die vor etwa 1993 hergestellt wurden, können Asbest enthalten. Für asbesthaltige Dächer gelten strenge Vorschriften: Überbauen, Überdecken oder das Anbringen von Aufbauten ist nach der Gefahrstoffverordnung verboten. Eine PV-Anlage darf darauf also nicht montiert werden. Hier ist eine fachgerechte Sanierung durch einen dafür zugelassenen Betrieb der erste Schritt.

Ob eine Platte Asbest enthält, lässt sich bei Verdacht über eine Materialprobe im Labor klären.

Gute Nachricht: Oft passt es

Viele Dächer sind in einem Zustand, der eine PV-Anlage problemlos trägt. Die Prüfung gibt Ihnen und Ihrem Solarteur Sicherheit, und Sie können belegen, in welchem Zustand das Dach vor der Montage war. Das hilft, falls später Schäden im Bereich der Befestigungen auftreten.

Als Dachdeckermeister kenne ich beide Seiten: wie Dächer altern und wo bei der Montage von Aufbauten Fehler passieren.

PV geplant?

Lassen Sie Ihr Dach vorher prüfen. Schildern Sie mir kurz Ihr Vorhaben, ich melde mich innerhalb von 48 Stunden.

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